Vilseck: Sandarium ist Nachfolger des Insektenhotels - Aktiver Beitrag zum Artenschutz
Auf dem Wiesengrundstück „Wildes Bergkirchl“ ist unter Anleitung der Kreisfachberater ein Sandarium entstanden. Armin Heuberger erklärt, was es damit auf sich hat und steht jederzeit für Auskünfte zur Verfügung

So mancher weiß wohl mit dem Namen Sandarium nichts, noch nichts anzufangen. Doch der Obst- und GartenvereinSigl (OGV) kennt sich damit gut aus und ist im Landkreis Amberg-Sulzbach quasi Vorreiter auf diesem Gebiet. Der Verein hat nämlich schon ein solches Sandarium gebaut.
Worum handelt es sich?
Ein Sandarium ist weit mehr als ein einfacher Sandhaufen. Es bietet bodennistenden Insekten einen gezielt gestalteten Lebensraum, den sie in unserer aufgeräumten Umwelt und in klassischen Gärten oft vergeblich suchen.
Gerade Wildbienen leisten einen entscheidenden Beitrag zur Bestäubung unserer Pflanzen. Jedoch geraten sie aufgrund mangelnder Lebensräume und versiegelter Flächen zunehmend unter Druck, da sowohl geeignete Nahrungsquellen als auch Nistmöglichkeiten fehlen.
Die früher aufgestellten Insektenhotels wurden nur von wenigen der 560 deutschlandweit vorhandenen Wildbienenarten genutzt. Und nun kommt das Sandarium quasi als Nachfolger des Insektenhotels ins Spiel.
Wo und wann entstand das Sandarium des OGV Sigl?
Spatenstich für Naturerlebniswiese
www.otv.de vom Mi., 05.06.2024
Die Stadt Vilseck stellte dem 1992 gegründeten Verein vor kurzem ein kleines Wiesengrundstück in Axtheid-Berg zur Verfügung, genannt „Wildes Bergkirchl“.
Der rührige Vorsitzende Armin Heuberger und sein fleißiges Mitarbeiterteam machten sich nach fachlicher Beratung ans Werk. Sie bepflanzten die Brachfläche mit Obstbäumen und Beerensträuchern und legten eine Blumenwiese, einen Steinhaufen und eine Totholzhecke für Kleingetier an.
Landschaftsarchitektin Manuela Lederer erstellte dann einen Plan für das Vorhaben „Sandarium“, das Anfang Mai in Angriff genommen wurde. Die neu ins Leben gerufene Kindergruppe des OGV half mit ihren Betreuerinnen Caroline Schreiner, Monika Krieger und Lisa Dotzler bei der Umsetzung tatkräftig mit.
Unter Anleitung von Monika Krieger hilft auch die OGV-Kindergruppe beim Sandarium-Bau mit

Wie sieht nun ein Sandarium aus?
In erster Linie enthält es viel Sand. „Es darf nur ungewaschener Sand sein“, erklärt Heuberger. „Wir haben 20 Kubikmeter dieses Sandes von der Firma Strobel kostenlos bekommen“, freut er sich. „Den haben wir auf der hügeligen 30-qm-Fläche verteilt und mit wärmespeichernden Feldsteinen, Totholz und Bambusröhrchen umrandet. Die Lehmwand der Einfassung wurde durchlöchert und mit uralten Dachziegeln abgedeckt.“
Den Mittelpunkt bildet ein großer, alter Wurzelstock, den die Imkervereinsvorsitzende Marianne Metzner zur Verfügung gestellt hatte. In etwa 30 Prozent der Sandfläche wurden nichtwuchernde Pflanzen eingebracht.
„Im Abstand von 20 – 30 cm pflanzten wir unter anderem Mannstreu, Sandthymian, Fetthenne, Karthäusernelke und Küchenschelle“, berichtet der Vorsitzende. „Diese Pflanzen lieben mageren Boden und vertragen extreme Trockenheit.
Die ausgelegten, leeren Schneckenhäuschen sind für spezielle Bienenarten, die darin ihre Nester bauen. Dürres, stacheliges Geäst soll streunende Katzen fernhalten.
Nun kann das neue Sandarium am „Wilden Bergkirchl“ besichtigt werden.
Armin Heuberger gibt gerne Auskunft und Anleitung zum Nachbauen. Er freut sich, dass man an diesem Lernstandort für Schulen und Kindergärten in Axtheid-Berg neuen Lebensraum für Wildbienen, Käfer und Eidechsen schaffen konnte und hat auch schon die ersten Bewohner entdeckt.
Auf der Naturerlebniswiese in Axtheid-Berg kann sich Jung und Alt von den Aktivitäten des Obst- und Gartenbauvereins Sigl ein Bild machen

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