Vilseck-Sorghof: Sorghofer Herz-Jesu-Kirche vor 75 Jahren geweiht - Sorghof feiert Kirchweih und Kirwa - Festgottesdienst am 26. Juli um 9 Uhr

Geschrieben von rha am .

Der Kirchenbau in Sorghof schreitet voran. Nach nur einjähriger Bauzeit kann am 19. August 1951 die neue Herz-Jesu-Kirche geweiht werden

Große Feste werfen ihre Schatten voraus. So ist es auch in diesem Jahr in Sorghof, wo das 75-jährige Bestehen der Herz-Jesu-Kirche gefeiert wird. Dass die Sorghofer dieses Fest zu einem besonderen machen werden, ist klar. Alle packen mit an, wie es in Sorghof schon immer der Brauch war.

Zu diesem Fest gehört natürlich auch eine zünftige Kirchweih, die mit einem großen Festgottesdienst am 26. Juli um 9 Uhr gefeiert wird, umrahmt vom Projektchor unter Leitung von Gerhard Kraus. Hauptzelebrant Bischof Rudolf Voderholzer wird dann mit sechs weiteren Geistlichen am Altar stehen.

Wie entstand die Siedlung Sorghof, und warum wurde dort vor 75 Jahren eine Kirche gebaut?

Alles begann mit der Erweiterung des Truppenübungsplatzes Grafenwöhr. Diese hatte zur Folge, dass 1937 mit der Ablösung und Räumung von rund 30 Ortschaften begonnen wurde. Allein 150 Familien aus der Gemeinde Langenbruck mussten ihre Heimat verlassen und zerstreuten sich in alle Winde. Auch die Gemeinde Haag wurde abgelöst. Viele wollten jedoch nicht weit fort von der alten Heimat. So entstand in der Nähe des Sorghofbauern (Lobenhofer-Riha) die neue Siedlung Sorghof.

Dennoch entwickelte sich in Langenbruck nach dem 2. Weltkrieg fast wieder normales Leben. Einheimische und Flüchtlinge besiedelten den Ort erneut, und auch das kirchliche Geschehen wurde 1947 mit Pater Martin Vitzthum wieder belebt. Da kam 1948 ein neuer Räumungsbefehl für Langenbruck. Alles wurde dem Erdboden gleichgemacht, nur Kirche und Pfarrhaus blieben übrig. Inzwischen befindet sich an Stelle des einstigen Gotteshauses nur noch ein Gedenkstein und außerdem der Friedhof.

Allmählich normalisierte sich das Leben „auf der Siedlung“, wie es im Volksmund hieß. Aber die Sehnsucht nach einem eigenen Gotteshaus wurde in den Herzen der Gläubigen immer größer. Zudem hatten sie auch immer den weiten Kirchenweg nach Vilseck zurückzulegen.

So forcierten sie schließlich das Vorhaben, in Sorghof selbst eine Kirche und einen Pfarrhof zu bauen. 1949 gründete man einen Kirchenbauverein unter Vorsitz von Hans Weber. Viele fleißige Hände machten sich ans Werk. Mit Erlaubnis der Amerikaner holte man zum Kirchenbau Steine von den abgerissenen Häusern aus der alten Heimat. Das Kriegerdenkmal aus Haag konnte vor der Zerstörung gerettet werden und fand in Sorghof einen neuen Platz.

Durch die finanzielle Unterstützung des Bistums Regensburg war es möglich, dass Geistlicher Rat Josef Hösl am 14. August 1950 den ersten Spatenstich zum Bau der Kirche machen konnte

Am 3. September 1950 fand die feierliche Grundsteinlegung und am 18. November 1950 das Richtfest statt. Großer Dank galt dabei dem Regierungsbaumeister Beckers aus Regensburg, dem Maurermeister Rösch aus Sigl und den Zimmerleuten Andreas und Sebastian Kraus aus Sorghof.

In der Amberger Zeitung war damals zu lesen: „Wie man schon jetzt erkennen kann, werden Bau und Innenausstattung von größter Einfachheit durchherrscht sein. Die Bauform der Kirche atmet den Geist der Romanik und ihrer monumentalen Einfachheit. Der Altar bildet den Brennpunkt des ganzen Raumes. Dahinter hängt das Kreuz als Zeichen des Opfers, das sich am Altar vollzieht, und als Herz-Jesu-Bild soll es zugleich den Titel der Kirche ausdrücken. An die Langenbrucker Kirche erinnern Orgel, Glocken und Kreuzweg.“

Alle Sorghofer waren 1950 beim Richtfest dabei. Geistlicher Rat Josef Hösl und Expositus Dr. Martin Fitzthum erflehten für den Kirchenbau Gottes Segen

Neun Monate nach dem Richtfest war das Werk vollendet. Die fast 1000 Gläubigen hatten nun ein neues Gotteshaus. Zur liturgischen Einweihung am Sonntag, 19. August 1951 kamen auch viele Alt-Haager und Alt-Langenbrucker nach Sorghof, und es flossen viele Tränen.

„Das ist der Tag, den der Herr gemacht.“ Erzbischof Michael Buchberger beim Einweihungsgottesdienst am 19. August 1951

Erzbischof Dr. Michael Buchberger gab seiner Freude darüber Ausdruck, dass die Ausgesiedelten, die so viel Leid ertragen mussten, sich mit ihrer Herz-Jesu-Kirche und ihrem großen Glauben einen neuen Mittelpunkt geschaffen hatten. „Aus verlorener Heimat wurde eine neue Heimat.“

Am Nachmittag des Weihetages erhielten auch das neugebaute Schulhaus und der Pfarrhof durch Expositus Dr. Martin Fitzthum die kirchliche Segnung. Sofort nach diesem Jubeltag gingen die Sorghofer voller Eifer an den Bau eines Pfarrheims. In kürzester Zeit entstand neben der Herz-Jesu-Kirche das Pfarr- und Jugendheim St. Wolfgang. Es erhielt genau ein Jahr später, nämlich am 19. August 1952, seine kirchliche Weihe.